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23.01.2012 | Den sicheren Hafen gibt es nicht


23.01. | 2012
Drei Szenarien, eine Erkenntnis: "Der sichere Hafen" existiert nicht mehr
Erst Griechenland, dann Italien – bevor die Staatsverschuldung eines Landes unter Kontrolle ist, flammt die nächste auf und befeuert die weiter schwelende Eurokrise von neuem. Wohin führt diese Negativspirale noch? Die Experten von Ellwanger & Geiger Privatbankiers stellen drei denkbare Extremszenarien vor.  Wer  diese stets im Blick hat, kann sich vorbereiten und die Anlagestrategie entsprechend ausrichten, wie die Experten in eigener Sache anmerken.
Die drei Szenarien im Überblick:
Szenario eins: Regierungen und Zentralbanken können durch hartes Sparen und eine wachstumsfördernde Politik die Krise bewältigen. „Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass dies viele Jahre in Anspruch nehmen wird, mit starken Einschränkungen verbunden ist und ein anhaltendes Vertrauen der Anleger voraussetzt“, mahnt Helmut Kurz von Ellwanger & Geiger Privatbankiers.
Denkbar sei allerdings auch das Gegenteil, nämlich dass die Krise zum Bruch führt und hochverschuldete Länder auf Grund der Wohlstandsverluste den Euroraum verlassen – was dann auch das zweite Szenario ist, das Ellwanger & Geiger-Experten Kurz identifiziert hat. Dieses würde das Finanzsystem extrem belasten und teilweise für chaotische Zustände sorgen, Zentralbanken, Banken und Vorsorgeinstitutionen könnten massive Verluste erleiden.
In einem dritten Szenario rechnet der Experte mit einer galoppierenden Inflation. So könnten Mechanismen, durch die der Kollaps von überschuldeten Staaten und der Bankrott systemrelevanter Banken vermieden bzw. aufgeschoben wird, auf lange Sicht das Vertrauen untergraben und so eine Geldentwertung zur Folge haben.
Der 'sichere Hafen' existiert nicht mehr
Alle drei Szenarien fordern eine vorsichtige Anlagestrategie, aber den „sicheren Hafen“ gibt es nicht mehr, weiß der Experte. „Angesichts der schwierigen Ausgangssituation ist allerdings grundsätzlich die Diversifikation der Anlagen ein Muss. Eine hohe Liquidität in guten Währungen wie etwa aus Skandinavien und Asien ist dabei inzwischen als existenzieller Baustein zur Risikostreuung und realen Vermögenssicherung zu betrachten“, so Kurz.
Überproportional in Edelmetalle investieren
Darüber hinaus sollten ihm zufolge Gold und andere Edelmetalle sowie Aktien von Produzenten dieser Rohstoffe höher gewichtet werden als in „normalen“ Zeiten. Insbesondere bei inflationären Tendenzen können sich zudem Immobilien und Substanzaktien anbieten. Bei Anleihen sind inflationsgeschützte und in Aktien wandelbare Schuldverschreibungen zu bevorzugen.
„Insgesamt gilt es, für den Krisenfall mehr denn je auf die Qualität der einzelnen Vermögensanteile zu achten. Bei Aktien stehen beispielsweise gute Bilanzen, eine hohe Rentabilität und eine geringe Konjunkturabhängigkeit im Fokus, bei Immobilien die Lage und der Gebäudezustand“, berichtet Kurz. Doch das hat seinen Preis. Deshalb sollte selektiv und sorgfältig vorgegangen werden. Der Tipp des Experten: „Die ausgeprägte Unterbewertung von Rohstoff- und Immobilienaktien gegenüber Rohstoffen und Immobilien selbst kann beispielsweise eine Gelegenheit sein, diese Anlageklassen an der Börse gewissermaßen mit Rabatt zu erwerben.“ (ir)
                                                    Quelle:FONDS professionell



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