17.02.2012 |
Carmignac erhöht die Aktienquote
14.02. | 2012
Carmignac erhöht Aktienexposure in allen Fonds
Didier Saint Georges, Carmignac Gestion
Die ergriffenen wirtschaftlichen und geldpolitischen Maßnahmen reichen nicht aus, um die Probleme der Eurozone zu lösen, kritisiert Didier Saint-Georges, Mitglied des Investment-Komitees bei Carmignac Gestion. Zwar habe die EZB durch ihre aktive Rolle als Kreditgeber der letzten Instanz erreicht, das systemische Risiko vorübergehend abzuwenden. Das ändere laut Saint-Georges jedoch nichts daran, dass die Risiken in Griechenland und Spanien sowie deren Auswirkungen auf die Wahlen in Frankreich oder die Wirtschaftslage in Deutschland für eine weiterhin schwierige konjunkturelle Lage in Europa sorgen. „Das Überleben der Eurozone hängt nach wie vor von einer expansiveren Geldpolitik in Verbindung mit einer Haushaltspolitik ab, die die Konjunktur unterstützt“, so der Investmentexperte.
Die Entscheidung der EZB, Geschäftsbanken unbeschränkt mit langfristigen Krediten (LTRO, Longer-term refinancing operation) zu versorgen, wertet Saint-Georges als positives Signal für die Aktienmärkte. Die dadurch deutlich verbesserte Liquiditätslage in Europa hat in Kombination mit einer freundlicheren chinesischen Geldpolitik sowie der kurzfristigen konjunkturellen Dynamik in den USA Carmignac dazu veranlasst, das Aktienexposure im gesamten Fondsmanagement zu erhöhen. Die jüngsten Entwicklungen an den verschiedenen Märkten seien „in der Lage, die Aktienmarktbewertungen wieder auf ihr Gleichgewichtsniveau steigen zu lassen“, heißt es in einem Konjunkturausblick des französischen Vermögensverwalters für das 1. Quartal 2012.
China holt Börsenrückstand auf
China werde seinen Börsenrückstand dank seines eingeschlagenen geldpolitischen Kurswechsels wieder aufholen, begründet Saint-Georges die offensivere Positionierung zu Beginn des Jahres. Darüber hinaus werde die unvermeidbare Rolle der EZB als Kreditgeber in letzter Instanz den Rückgang des Euro, der seit letztem Sommer zu beobachten ist, noch verstärken. „Diese letzte Überzeugung ermöglicht uns, bereits auf die Renditeaussichten der größtenteils in Fremdwährungen getätigten Anlagen zu vertrauen, noch bevor sich die deutlichere Änderung der Vorgehensweise der EZB überhaupt positiv auf das Vertrauen an den Aktienmärkten ausgewirkt hat“, so Saint-Georges. Im Fall der USA hat der Investmentprofi jedoch noch Zweifel am derzeitigen Umfeld, seiner Ansicht nach könne das Land den Konsum aufgrund von sinkenden Sparquoten nicht länger beibehalten.
Performancemotoren im Anleihensegment
Im Jahr 2012 dürften sich auch Unternehmensanleihen als ein bedeutender Performancemotor unter den Anleihenpositionen des Carmignac Patrimoine erweisen, so Saint-Georges. „Zunächst einmal hat die Liquidität, welche die EZB den Banken über Dreijahrestender bereitstellte, zu einem Rückgang der Volatilität beigetragen. Dies ebnet den Weg für eine Rückkehr des Risikoappetits. Überdies profitiert unser Kreditportfolio mit einem durchschnittlichen Rating von BBB von einer attraktiven Rendite von 6,4 Prozent für eine mittlere Laufzeit von 5,6 Jahren.“ Die Fundamentaldaten der Unternehmen seien dank einer sehr vorsichtigen Unternehmensführung dies- und jenseits des Atlantiks immer noch solide. „Die technischen Aspekte des Marktes sind nach wie vor günstig, da die Mehrheit der Anleger wieder hohe Kaufkapazitäten aufgebaut hat“, so das Fazit. (dw)
Quelle:FONDS professionell
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