31.01.2012 |
Carmignac: 2012 ist Jahr des Rock'n Roll
31.01. | 2012
Carmignac: "2012 ist Jahr des Rock'n'Roll"
Was haben der englische Rocksänger Rod Stewart und Investmentfonds gemeinsam? Antwort: Eigentlich nichts. Stewart eröffnete aber letzte Woche die Investorenkonferenz des französischen Asset Managers Carmignac Gestion. Und bezeichnenderweise hat das Unternehmen 2012 zum "Jahr des Rock’n'Roll" auf den internationalen Kapitalmärkten erklärt, was der stellvertretende Direktor, Eric Le Coz, im letzten monatlichen Marktkommentar näher erläutert.
Europa
Le Coz schreibt, dass die Zukunft des Euro noch nicht gesichert sei. Seine Schöpfer hätten sich vorgestellt, dass die gemeinsame Währung das Fundament sei, auf dem eine echte europäische wirtschaftliche und politische Union geschaffen werden könnte. Ihre Nachfolger, lax oder selbstgefällig, haben die notwendigen Strukturreformen aber verzögert und haben stattdessen Zuflucht hinter dem trügerischen Schutz einer Währung gesucht, die Stabilität und niedrige Refinanzierungssätze zur Verfügung gestellt hat. Aber seit 2010 wäre es Zeit gewesen, die aufgehäuften Schulden zu begleichen.
Um diese fehlgeleiteten Strategien wieder wett zu machen und den Euro zu retten, müsse der Europäischen Zentralbank (EZB) mehr Macht gegeben werden, so Le Coz weiter: "Das Mandat der EZB muss erweitert werden, um eine solide Verteidigung zu schaffen, damit die Länder der Region, ihre Schulden abbauen können. In jedem Fall müssen die Zinsen in der Eurozone dieses Jahr noch weiter gesenkt und der Euro muss abgewertet werden."
Vereinigte Staaten
Trotz einer politischen Krise und ersten Anzeichen einer Ansteckung durch die Eurozone habe die US-Wirtschaft große Widerstandsfähigkeit gezeigt, sagt Le Coz. Seiner Auffassung nach ist das größte Risiko in und für die USA die Politik: „Der Wahlkampf wird jetzt richtig beginnen und damit verschwindet jede Hoffnung auf Reformen. Was eine mögliche monetäre Unterstützung durch die amerikanische Zentralbank Fed betrifft, so scheint eine solche zumindest im ersten Quartal unwahrscheinlich." Daher sollten die Zinsen niedrig bleiben, ebenso die Inflationserwartungen.
China und Schwellenländer
Eine der größten Herausforderungen für China und die Schwellenländer sei, wie man eine "sanfte Landung" schaffe, so der Carmignac-Experte. Die Verlangsamung des Wachstums der chinesischen Wirtschaft und die Schwierigkeiten, die die Regierung in Peking wegen des großen, im November 2008 angekündigten Programms zum Wirtschaftswachstum hat, seien echt. "Wir glauben aber, dass die Probleme in China überschaubar und zu lösen sind. Was wichtig ist, und was wahrscheinlich aus einer europäischen Perspektive schwierig zu begreifen ist, ist dass die Lösung der Probleme Chinas nur über Wachstum und nicht mittels Sparmaßnahmen erreicht werden kann.“
Die Entwicklung in den Schwellenländern hin zu höherem heimischen Konsum werde sich fortzusetzen beschleunigen, so Le Coz. Darüber hinaus würden diese Länder von wichtigen Ressourcen in Form von unterstützenden Maßnahmen der Geld-und Finanzpolitik profitieren. Schließlich sei die Abwertung der Währungen in der zweiten Hälfte des Jahres 2011 und der Wertverlust von Bankaktien unter das Niveau in den Industrieländern weisen alle in Richtung eines attraktiven Umfelds für Aktien und Anleihen in den Emerging Markets. (jb)
Quelle:FONDS professionell
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